15.06.2012

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Stadt Kempen wächst weiter zu

erschienen: Rheinische Post

VON GERT UDTKE
Stadt Kempen (RP). Mit einem Schaufelbagger hat die Stadt am Freitag begonnen, das Neubaugebiet "An der Kreuzkapelle" im Kempener Süden zu erschließen. Im ersten von drei Bauabschnitten entstehen 70 Wohneinheiten. Die Vermarktung läuft gut.

Im vergangenen Jahr war das weite Feld gleich jenseits der St. Töniser Straße, gegenüber der Kreuzkapelle, noch bestellt. Heute arbeitet sich ein Bagger durch dichtes Kamillengestrüpp und glättet das Erdreich für die künftige U-förmige Straße ins Neubaugebiet. Die Erschließung mit Versorgungsleitungen und Fernwärme soll im November abgeschlossen sein.

In Kanal und Baustraße steckt die Stadt etwa 560 000 Euro. Danach beginnen private Bauherren und Wohnungsbaufirmen, auf dem 3,8 Hektar großen Gelände 70 bis 80 Wohneinheiten in Einfamilien- und Doppelhäusern zu errichten. Mit diesem und den späteren zwei Bauabschnitten rundet sich das weitläufige Wohngebiet im Kempener Süden bis zur St. Töniser Straße und zum Kempener Außenring ab. Während der zweite Teil planungsrechtlich schon in trockenen Tüchern ist, sind für den dritten und letzten noch Grundstücksfragen zu klären. Außerdem muss der Lärmschutzwall am Außenring entsprechend.

Im Dreieck zwischen St. Töniser Straße und Kreuzkapelle wird eine Grünfläche mit Spielgeräten, "ein Anger", angelegt, erläutert Technischer Beigeordneter Stephan Kahl. Gegenüber der Kapelle entsteht das generationenübergreifende Projekt der Genossenschaft "Besser gemeinsam wohnen". Den Anger schließt eine architektonisch anspruchs-volle Reihe von vier dreigeschossigen Bauten ab. Sie haben eine Wohnfläche von 220 Quadratmetern, können waagerecht – oben die junge Familie, unten (Groß-)Eltern – oder senkrecht als Doppelhaushälften geteilt werden.

Die Stadt besitzt 25 Grundstücke, die der Liegenschaftsausschuss Ende September an die Kaufinteressenten vergibt. Der Quadratmeterpreis für ein erschlossenes Grundstück beträgt je nach Lage 210 bis 230 Euro. Zudem greift eine soziale Staffelung, so dass es zum Beispiel für Kinder bis zu 30 Prozent Abschlag gibt.

Anschluss an die Fernwärme

"Die Preise werden akzeptiert, es gibt keine Vermarktungsprobleme", so Bürgermeister Volker Rübo, betont aber auch, dass die Kommune keine Gewinne macht: "Allein die Erschließung kostet uns 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter." Und Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder ergänzt mit Blick auf die schicken Laternen und gepflasterten Wege: "Das ist kein Billigbau hier." Unternehmen verfügen über etwa 35 Grundstücke, die flexibel für Einfamilien- oder Doppelhäuser genutzt werden können.

Während die Fernwärme bei den städtischen Lagen ohnehin Pflicht ist, legt Stadtwerkechef Siegfried Ferling sie auch den anderen Häuslebauern wegen ihrer Vorzüge und Fördermöglichkeiten nah. Die Leitung kommt von der nahen Dieckmannstraße; an der Deula entsteht eine Druckerhöhungs-station.

2013/2014 will die Stadt den zweiten und irgendwann darauf den dritten Bauabschnitt anpacken. Dann ist das große Wohngebiet im Süden und damit der Kempener Rundling geschlossen – in Zukunft wendet sich der Blick regionalplanerisch in den Kempener Westen.

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