21.11.2012

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Baustart für Generationenhaus naht

erschienen: Silvia Ruf-Stanley - Rheinische Post

Stadt Kempen (RP). In der Thomasstadt nimmt ein Projekt konkrete Formen an, das in der Region einzigartig ist. Am kommenden Mittwoch, 28. November, nehmen die Mitglieder der Initiative "Besser Gemeinsam Wohnen" den ersten Spatentisch für ihr Mehrgenerationenhaus im Neubaugebiet "An der Kreuzkapelle" vor.

Vertreter der Initiative berichteten am Montagabend in der Sitzung des Kempener Bau- und Denkmalschutzausschusses über den aktuellen Stand des Projektes.

Die ersten Pläne der Initiative "Besser Gemeinsam Wohnen" für ein Mehrgenerationenhaus stammen aus dem Jahre 2008. Nun werden sie im Neubaugebiet "An der Kreuzkapelle" konkret. Der jüngste künftige Mitbewohner, Malik, ist gerade einmal zwei Jahre alt. Georg Strasser, einer der Motoren des Projektes, ist 75 Jahre.

Rolf Buschfeld berichtete für die Initiative im Ausschuss über die Entstehung des Pilotprojekts. Nach einem Hin und Her der Gefühle, bis alle rechtlichen Voraussetzungen geklärt waren, möchte die Genossenschaft der Bewohner nun durchstarten. Von Anfang an, so Buschfeld und der Architekt Bodo Frömgen-Siebenmorgen von Büro "Alte Windkunst", wurden die künftigen Bewohner in die Konzeption einbezogen. Unterstützung gab es noch zusätzlich von der Wohnberatung Bochum und von Architekturstudenten der Ruhruniversität Bochum. Und nicht zuletzt machten Fördergelder vom Land Verwirklichung des Projektes möglich.

Anfang des Jahres wurde eine Genossenschaft gegründet, um den Bau nun gegenüber der Kreuzkapelle in die Wege leiten zu können. Immerhin 4,3 Millionen Euro kostet der Neubau. Eine Million Euro haben die Mitglieder der Initiative selbst aufgebracht, der Rest wird über Fördergelder des Landes und Kredite finanziert.

Die Bewohner wollen nicht nur gemeinsam dort über Generationen hinweg wohnen. Das Haus soll auch "eine Ausstrahlung" ins Viertel haben, so der Architekt. Derzeit liegt das Alter der Interessenten durchschnittlich bei 55 Jahren und älter, aber er weiß aus Erfahrung, das gerade junge Familien erst Interesse bekunden, wenn der Baukörper steht. Die Wohnungen selbst sind flexibel und individuell gestaltet.

Die Initiative hat sich die gemeinsame Planung nicht leicht gemacht, sondern in mehreren Workshops die Gestaltung des Hauses erarbeitet. Selbst die Verteilung der Kellerräume wurde miteinander geregelt.

Das Grundstück – unmittelbar gegenüber der Kreuzkapelle am künftigen "Alten Prozessionsweg" gelegen – ist rund 3000 Quadratmeter groß. 20 Wohneinheiten sind in zwei mehrgeschossigen Gebäudekomplexen geplant. Die Fläche für die Wohnungen beträgt etwa 1600 Quadratmeter. Dazu gibt es eine größere gemeinschaftlich genutzte Fläche. Auch eine Tiefgarage ist geplant. Über Versorgung mit Niedrigenergie der Fernwärme wird das Haus "fast ein Passivhaus", so der Architekt.

Die Kempener Politik lobt das Projekt der Initiative. Heidi Grochtmann (SPD) bezeichnete es als "mutiges Projekt". Michael Rumphorst (Grüne) meinte: "Das ist ein Projekt, auf das wir gewartet haben." Gleichzeitig war er froh, dass die meisten Bäume an der Kreuzkapelle erhalten bleiben.

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